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Die für die zweite Runde ausgewählten Projekte
Manuel Joss, Uzwil; Mitarbeit: Christian Bitterli Roger Graf, Widnau; Mitarbeit: Stefan Meyer Norbert Föhn, Zürich Martin Plattner, Arlesheim; Mitarbeit: Lukas Plattner Balz Amrein Architektur, Zürich Thomas Gebert, St. Gallen Mayo Bucher mit Drexler Guinand Jauslin Architekten, Zürich; Mitarbeit: I. Henny, Andrew McGee |
Das Transformatorenhaus Der Thurgauer Heimatschutz feiert seinen 100. Geburtstag und beschäftigt sich mit dem Bautyp der Trafostation. Der ausgeschriebene Ideenwettbewerb ist bis jetzt eine Erfolgsgeschichte. Hätten Sie mitgemacht? Der Wettbewerb verlangte nach guten Ideen, wie die viel zu kleine Trafostation in Andhausen umgenutzt werden kann. Der Thurgauer Heimatschutz setzte kein Preisgeld fest, einzig für eine Weiterbearbeitung winkten 1000 Franken. Und als «Belohnung» erhält der Sieger das Trafohäuschen kostenlos im Baurecht für 99 Jahre unter der Bedingung, das Projekt innerhalb eines Jahres umzusetzen – auf eigene Kosten. Eines von sieben ausgewählten Projekten: Die Trafostation wird zur Räucherkammer (Plan: Balz Amrein Architektur)Der Thurgauer Heimatschutz schreibt, dass nach verschiedenen Verzeichnissen allein im Kanton Thurgau noch über 800 Trafostationen existieren. Die meisten haben ihre Funktion verloren. Wie damit umgehen? Die Architekten stürzten sich auf die Aufgabe, der Wettbewerb war ein voller Erfolg. 109 Büros hatten sich angemeldet, 38 Projekte wurden abgegeben. Die Jury schreibt, dass die Projekte die Erwartungen übersteigen. Das Niveau sei insgesamt sehr hoch und programmatische Antworten für diesen Bautypus seien in erstaunlicher Breite gefunden worden. Und wichtig: «Viele Vorschläge lassen sich auch andernorts umsetzen.» Gleich sieben Projekte – und nicht wie vorgesehen drei bis fünf – wählt die Jury für die zweite Runde aus. Der Jury war wichtig, dass der Charakter des Türmchens erhalten bleibt und dass das Projekt ungesetzt werden kann. Alle sieben ausgewählten Projekte belassen das knappe Gebäude. Vorschläge, die das Volumen erweitern, hatten keine Chance. Für einmal hat hier der Ideenwettbewerb das geliefert, was er dem Namen nach auch soll: Ideen. Lässt man den Architekten ihren Freiraum und fordert sie heraus, dann zeigen sie, was sie können. Ob ein Bienenhaus (Martin Blattner), eine Räucherkammer (Balz Amrein) oder eine Moststube (Mayo Bucher mit Drexler Guinand Jauslin) entstehen wird? Oder soll es mehr in Richtung Kunst gehen? «Open Doors» (Norbert Föhn) füllt den Turm mit einer Lichtinstallation, die von unten bestaunt werden kann. Ein grosser Teil der Arbeiten suchte nach wiederholbaren Lösungen: häufig Unterkünfte für Velofahrer. So etwa das Projekt «Doping» (Roger Graf). Auch «Room with a view» (Manuel Joss) und «volt» (Thomas Gebert) sahen eine Unterkunft vor. Welcher der sieben Architekten das Baurecht erhalten wird, entscheidet der Thurgauer Heimatschutz im Dezember. «Open Doors»: begehbare Lichtinstallation (Plan: Norbert Föhn) Statt Strom soll es Most geben (Bild: Mayo Bucher mit Drexler Guinand Jauslin Architekten)Eine zweite Ausstellung zur Trafostation Andhausen ist vom 29. Oktober bis 12. November 2007 (Mo ab 19h, Sa/So 10–16h) im Architektur Forum Ostschweiz zu sehen, Davidstrasse 40, 9004 St. Gallen. Alle sieben ausgewählten Projekte zeigt auch hochparterre.wettbewerbe 5/07, das am 3. Dezember erscheint. Nachtrag zum «Heerbrugger Deutsch», gekürt 36|07: Völlig zu recht bemängelt Leserin S. K. aus Zürich im «Deutschkurs für ArchitektInnen» den Satz: «Weiss die Leserin oder der Leser am Ende des Satzes noch, was er am Anfang gelesen hat?» Weiss die Leserin noch, was er gelesen hat? Dieser Satz hat natürlich nichts mit gutem Deutsch zu tun. Da ist die Falle der Sprachkorrektheit zugeschnappt. Auch der Architekturjournalist A. S. aus Zürich meldete sich: «Der lange Satz des vorletzten Beispiels find ich nun gerade eines für einen verständlichen langen Satz. Gefühlssache. Mit Vergnügen las ich das ‹Doch Vorsicht! Nur aneinander gereihte Hauptsätze können langweilig sein.› aus der Tastatur eines Hochparterrlers.» Ganz recht, Sprache ist häufig Geschmackssache. Und die Hauptsatzmanie bei Hochparterre darf kritisiert werden, doch muss auch ehrlich gesagt werden: Keiner beherrscht den «Rhythmuswechsel» – oder wie man es nennen will – besser als Stadtwanderer und «Hochparterri» Benedikt Loderer. Nachzulesen zum Beispiel im nächsten Hochparterre, das schon am 4. Oktober erscheint.
Ivo Bösch |
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