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Personen, Preise, Pointen |
|  | |  Dass sich in einer Stadt wie Frankfurt seit nunmehr fast zwanzig Jahren kein Platz für den Neubau des Museums der Weltkulturen finden lässt, stimmt traurig. | Aus der Traum Die reiche Sammlung des Museums der Weltkulturen wird auch weiterhin auf einen Erweiterungsbau warten müssen. Am 9. Juni zog der Investor Deutsche Immobilien Chancen (DIC) sein Angebot zurück, auf dem Degussa-Areal ein Museumsgebäude zu errichten und dies als Miet- oder Mietkaufmodell der Stadt Frankfurt zu überlassen. Eine Grundsatzentscheidung der Politik für oder gegen dieses Konzept war in den vergangenen Monaten in weite Ferne gerückt. Die DIC kann somit ihre Pläne für die Neubebauung des Degussa-Areals wie ursprünglich vorgesehen – also ohne Museum – realisieren, und der Magistrat der Stadt Frankfurt sucht nach fast zwanzig Jahren weiterhin einen geeigneten Standort. Die Stadt hätte gleich in zweifacher Weise von einer Zusammenarbeit mit der DIC profitieren können. Erstens hätte der Investor einen zuvor festgelegten Preis garantiert und zweitens sich an einen Termin für die Fertigstellung gebunden. Beide Vorteile haben die Verantwortlichen nun verspielt und die unendlich erscheinende Geschichte geht weiter. Die Pläne von Richard Meier für einen Erweiterungsbau am bestehenden Standort waren schon 1992 fertig, doch es fehlte am Geld und am politischen Willen und so verschwand das Projekt in der Schublade. Dass man sich auf dieses Grundstück zurückbesinnen wird, scheint eher unwahrscheinlich. Mittlerweile sind allerdings vier Alternativen im Gespräch: erstens das Grundstück des ältesten Bordells Frankfurts, des "Sudfass", zweitens ein Gelände am Kopf der Flößerbrücke, auf dem zusammen mit dem Senckenbergmuseum ein Museumskomplex "Natur und Kultur" entstehen könnte, und drittens die Offenbacher Hafenmole, was sich schon aus organisatorischen Gründen als schwierig erweist: Die Sammlung gehört nämlich der Stadt Frankfurt. Einen neuen und somit vierten Vorschlag machte die SPD mit einer Fläche am Mainufer im Ostend zwischen Deutschherrnbrücke, Eyssen- und Honsellstraße, unweit des neuen Hauptsitzes der Europäischen Zentralbank. Da allerdings keine der genannten Flächen auf die Zustimmung aller Fraktionen stößt, werden die Schätze aus Afrika, Asien, Südamerika und Ozeanien wohl noch einige Jahre im Depot bleiben müssen. sh |
|  | |  | Architekturvermittlung via Fernsehen Keine Chance möge ungenutzt bleiben, um den Bürgern einen Zugang zu den Themen der Architektur zu eröffnen. Was wurde nicht schon alles versucht, um das Fernsehen in dieses Bemühen hineinzuziehen. Eine Sendereihe des ZDF, das sich in Sachen Denkmalschutz auch schon mal rekonstruktiv und damit im Einzelfall über Gebühr engagiert, präsentiert seit Sonntag ein neues "Format": Ein Mal im Quartal wird jeweils sonntags um 14 Uhr in einer halbstündigen Sendung auf denkmalgeschützte, substanziell weitgehend erhaltene Bauwerke hingewiesen; es wird Wissenswertes in allgemein verständlicher Form präsentiert. Am vergangenen Sonntag begann die neue Reihe mit dem Thema "Die Paläste der Mächtigen" und einem Blick auf zwei Residenzen in und bei Bonn, die mit unterschiedlicher Provenienz zu politischer Kulisse avancierten: das Palais Schaumburg in Bonn und das Schloss Augustusburg in Brühl. Bonn war bescheiden, und die Bescheidenheit stand der jungen Republik gut. Von dieser Bescheidenheit blieb beim Umzug nach Berlin nichts, aber auch gar nichts übrig. Weitere Schlossproblemfälle werden vorgestellt, und die nächste Sendung folgt am 14. September. Wer einzelne Sendungen verpasst, kann sie als Video nachschauen; es wird Geschichte erzählt. Derlei Engagement wünschen wir uns auch für die Gegenwartsarchitektur. arte und 3sat senden in ihren Magazinen metropolis und Kulturzeit immer mal wieder etwas über zeitgenössische Architektur, arte porträtierte auch einzelne Architekten und herausragende Bauwerke. Aber auf einen guten, kontinuierlich bestückten Sendeplatz wie die "Paläste der Mächtigen" hat es die zeitgenössische Architektur leider noch nicht gebracht. Das kann ja noch werden, und die Sender sind aufgefordert, unermüdlich dazu beizutragen. ub |
Bild: Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung |  | |  | Ideen für die Stadt! Mit der Kampagne einer Nationalen Stadtentwicklungspolitik will die Bundesregierung das Thema Stadt neu zwischen den Ebenen Kommune, Land, Bund und EU positionieren. Förderprogramme sollen angepasst, dem fachlichen Austausch eine Plattform geboten werden. Da aus konkreten Erfahrungen abgeleitet werden kann, an welchen Stellen und in welcher Form Unterstützung sinnvoll ist, war schon im letzten Jahr dazu aufgerufen worden, vorbildliche Projekte einzureichen. Die Unterstützung des Bundes half ihnen in der Umsetzung. Zu den ausgewählten Projekten gehört etwa das der Bildungslandschaft Altstadt Nord in Köln, über das wir kürzlich im Magazin berichteten. Auf ein Neues: Inzwischen wurde der zweite Projektaufruf gestartet. Bis zum 30. Juni können Städte, Gemeinden, private Institutionen und Initiativen, Wirtschaftsunternehmen sowie sonstige Interessierte Projekte einreichen. Ausgewählt zu werden, kann sich lohnen: Bis zur Hälfte der Projektkosten können vom Bund übernommen werden. Fünf Schwerpunktthemen sind vom Auslober vorgegeben, die sich etwas unscharf voneinander abgrenzen – als ob, um ein Beispiel zu geben, eine ökologisch sinnvolle Stadtentwicklung und Baukultur verschiedene Dinge sein könnten. Aber genau dafür gibt es ja diesen Projektaufruf: um die Worte mit Leben zu füllen, um zu zeigen, dass die Realität weiter ist als eine in Kategorien und Schubladen denkende Behörde, die sich aber ja immerhin gerne belehren lassen will. Also: Mitmachen! ch
Informationen zur Anmeldung stehen auf den Seiten der Nationalen Stadtentwicklungspolitik. Dort können auch weitere Informationen zur Nationalen Stadtentwicklungspolitik und zu den laufenden Pilotprojekten abgerufen werden. |
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