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Personen, Preise, Pointen |
Wettbewerbsentwurf für den Rathausplatz von Wandel Hoefer Lorch + Hirsch |  | |  | Kölns umstrittene Bauten Ende August hat Kölns Stadtrat Nägel mit Köpfen gemacht. Nach jahrelangen Diskussionen wurde für den Bau einer Großmoschee im Stadtteil Ehrenfeld gestimmt. Populistischer Wind von Gegenbewegungen hat allerdings die meisten Mitglieder der Unionsfraktion, die zunächst ihrem Oberbürgermeister Schramma gefolgt waren und das Projekt befürwortet hatten, umgeblasen: Nur noch wenige aus der CDU haben, wie der Oberbürgermeister, für das Projekt gestimmt. Der Entwurf von Paul Böhm sieht ein mehrgeschossiges Gebäude vor, dazu einen etwa 35 Meter hohen Kuppelbau und zwei Minarette mit einer Höhe von etwa 55 Metern – bereits 2006 war der Wettbewerb entschieden worden, nun könnte das Gotteshaus 2010 eröffnet werden. Ausgestanden ist der Konflikt mit der Entscheidung sicher nicht, aber ein notwendiger Schritt dazu getan. Und ist der Konflikt ausgestanden, wird er die moderne Gesellschaft weitergebracht haben, das hatte Claus Leggewie bereits dargelegt (Magazin 45/07). Dass jahrelang über das Projekt eines Jüdischen Museums und der Archäologischen Zone auf dem Rathausplatz diskutiert worden wäre, lässt sich nicht behaupten – schließlich war erst im Juli der Wettbewerb zugunsten des Entwurfs von Wandel Hoefer Lorch + Hirsch entschieden worden. Der aber bescherte den Kölnern einen heißen Sommer. Diesmal machte Schramma keine gute Figur. Er fand den Entwurf erst gut, dann doch eher nicht. Nun sind er und die CDU dafür, Archäologische Zone und Jüdisches Museum zu trennen, die Ratsfraktionen von SPD, FDP, Grünen und der Linkspartei sahen das anders: Sie stimmten für die Fortsetzung der Planung auf der Basis der prämierten Arbeit. Umstritten ist die Bebauung bei vielen Kölnern, die den Platz so behalten wollen, wie er jetzt ist. Wird er aber so oder so nicht, denn die Archäologische Zone soll auf jeden Fall einen dauerhaften Schutzbau bekommen. Die Diskussionen werden in beiden Fällen weitergehen, und das ist auch richtig. Vor Entscheidungen darf man sich aber trotzdem nicht drücken. Nicht nur deswegen sind die beiden Beschlüsse eine gute Nachricht. ch |
Bild: oben: updatinggermany.de; unten: Herzog & de Meuron |  | |  Als kleines Extra zur Biennale nimmt ein Papagei auf dem Logo von raumtaktik Platz (oben). Unten ist das neue VitraHaus von Herzog & de Meuron zu sehen. | Architecture beyond Building Zu hören und zu lesen gab es im Vorfeld der 11. Mostra Internazionale di Architettura ja schon einiges; im Online-Magazin von german-architects.com beispielsweise über das Konzept für den Deutschen Pavillon, über Bettina Götz, die Kuratorin des Österreichischen Pavillons, und schließlich über Friedrich von Borries und Matthias Böttger vom Berliner Büro "raumtaktik", die den deutschen Beitrag konzipiert haben. Ab dem kommenden Sonntag, 14. September, bis einschließlich Sonntag, 23. November, kann sich nun jeder mit eigenen Augen ein Bild davon machen, was Architekten und Künstler unter dem Titel "Out There: Architecture Beyond Building" verstehen. Insgesamt 32 Länder werden sich in ihren Pavillons in den Giardini präsentieren, weitere zwölf Nationen im Bereich des Arsenale. Eine kompakte Sonderpublikation liegt den aktuellen Ausgaben einiger Architekturfachzeitschriften bei, wie der DBZ und der bauwelt in Deutschland, der österreichischen architektur aktuell und dem Schweizer Baublatt. Während des Preview-Programms, bei dem sich noch bis einschließlich Samstag viele Prominente aus Architektur und Kunst ein Stelldichein geben werden, bleiben die "normalen" Architekturinteressierten leider außen vor. Eine Möglichkeit, den Schweizer Architekten Jacques Herzog und den chilenischen Architekten Alejandro Aravena zu treffen, bietet eine Vortragsveranstaltung am Freitag, 12. September, um 11.00 Uhr in der Aula Magna der Accademia di Belle Arti di Venezia (Ex Ospedale degli Incurabili, Zattere, Dorsoduro 423). Diese Veranstaltung wird von der Vitra Design Foundation organisiert und findet im Zusammenhang mit der Fotoausstellung "Building Vitra. New Projects" zur architektonischen Entwicklung des Vitra-Komplexes in Weil am Rhein statt (Öffnungszeiten: 12.-30.09.2008, tägl. 10-18h). sh
Weitere Informationen zur Biennale und zum deutschen Beitrag |
|  | |  | Guerilla-Gärtner im Einkaufszentrum In Zeiten, da dem öffentlichen Raum permanent die Übermöblierung durch standardisierte Produkte droht, haben es Stadtgestalter und Landschaftsarchitekten nicht immer leicht. Die aktuelle Ausgabe von Garten + Landschaft zeigt hingegen, wie sehr Plätze und andere Freiflächen von individuellen Lösungen profitieren. Die vorgestellten Projekte zum Thema "Gestaltung und Design" reichen von so konservativen Aufgaben wie der Gestaltung des Innenhofs der amerikanischen Botschaft über den Domplatz in Utrecht, wo eine alte Festung mit Licht und Nebel wieder zum Leben erweckt wird, bis hin zu Freitreppengestaltungen in Arnheim und Neukirchen-Vluyn. Zu den einzelnen Projekten werden viele Detailpläne gezeigt – Lage- oder Übersichtspläne zum besseren Verständnis der Gesamtsituation fehlen aber leider fast völlig. Da das Heft mit einer Vielzahl von inspirierenden Entwürfen aufwartet, könnten dennoch auch interessierte Architekten auf den Geschmack kommen. Wer mehr davon will, muss nicht lange warten: Für Ende September ist die neue Ausgabe der vierteljährlich erscheinenden Zeitschrift "Topos. The international review of landscape architecture and urban design" angekündigt. Thema: "Growing Cities". Gezeigt werden Projekte in Caracas, Rio de Janeiro, Mailand, Rotterdam, St. Petersburg, Seoul, Mumbai, China und aus der Schweiz. Auch die db geht in ihrer September-Ausgabe nach "Draußen". In ihrem einleitenden Essay wirft Claudia Moll die Frage auf, wie "frei" die öffentlichen Freiräume wirklich sind; wo die temporäre Aneignung von Straßen und Plätzen aufhört und der Kommerz beginnt. Eine Gegenbewegung zum Ausverkauf des öffentlichen Raums sind dabei etwa die Guerilla-Gärtner, die – bewaffnet mit Saatgut – die Stadt an unerwarteten Orten zum Blühen bringen. Dass auch subversiv aktive Landschaftsarchitekten von irgendetwas leben müssen, zeigen dann die folgenden Seiten mit Projekten in Zürich, New York und Frankfurt. Mit dem "Wriezener Freiraum Labor" wendet sich das Heft dann jedoch wieder den eingangs beschriebenen, unkonventionellen Eroberungen von (Stadt-)Landschaften zu. Zusammen mit den Anwohnern entwickelten die Planer hier eine kreativ nutzbare Freifläche, bei der auf das übliche autoritäre Durchstylen verzichtet wurde. Um den öffentlichen Raum geht es auch in der bauwelt 34/08 – wenn auch nur am Rande. Denn bevor sich das Heft mit zwei Museen und einer Galerie dem Thema "Sensible Orte" widmet, wird die seit zwei Monaten geführte Schlacht um das ECE-Einkaufszentrum Limbecker Platz in Essen weiter geschlagen. Unter dem Titel "Es reicht nicht" melden sich dieses Mal Gert Kähler und – als Konterpart – Kaye Geipel zu Wort. Wir sind gespannt, wie lange die Guerilla-Gärtner von der Bauwelt durchhalten. hi |
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