|
Personen, Preise, Pointen |
Bild: architekturstadt.ms |  | |  Wird im zukünftigen NRW-Baukunst-Archiv aufbewahrt werden: Foto des Städtischen Realgymnasiums Datteln 1929. | Arbeit am Erbe Nachlässe von Architekten zu sichern, scheitert oft schon dran, dass die Hinterbliebenen sich deren Wert nicht bewusst sind. Oder spätestens am Geld. So musste sich die Stadt Köln ärgern, als 2003 der Nachlass von Dominikus Böhm nicht in der Domstadt verblieb, sondern vom DAM in Frankfurt erworben wurde. Es macht daher Mut, dass nun die Stiftung Deutscher Architekten zusammen mit der Architektenkammer NRW, der TU Dortmund und weiteren Partnern die Initiative ergriffen hat, das Sammeln, Archivieren und Konservieren von Architekten- und Ingenieurnachlässen auf eine breite Grundlage zu stellen. Geplant ist ein zentrales Baukunst-Archiv für Nordrhein-Westfalen, das in einem Netzwerk mit den dezentral tätigen kommunalen, kirchlichen und anderen Archiven im Land zusammenarbeitet. Die Landesregierung hat zugesagt, die Räumlichkeiten (eventuell in der Zeche Zollverein) zur Verfügung zu stellen, wenn die Träger des Archivs die laufenden Betriebskosten finanzieren. Als Vorbild gelten Ansätze des DAM, der TU Berlin, des Südwestdeutschen Archivs Karlsruhe oder des Architekturmuseums der TU München. Den Grundstock für das Vorhaben bietet das bereits 1995 gegründete Archiv für Architektur und Ingenieurbaukunst der TU Dortmund mit über 30 Nachlässen. Was ist von Interesse? Pläne, Zeichnungen, Skizzen, Fotos, Dias, Negative, Film- und Tondokumente, Bauakten, Modelle, Möbel, Fachzeitschriften und Bücher. Hilfen sind von allen Seiten willkommen, von Hochschulen wie von Organisationen, von Kommunen und Vereinen. Stefan Rethfeld
Wenn Sie gerne regelmäßig über Nachrichten aus Münster und aus Nordrhein-Westfalen informiert werden wollen, empfehlen wir den Besuch von architekturstadt.ms. |
|  | |  | Ich mach mir die Welt, wie sie mir gefällt Ein Haus wie die Villa Kunterbunt wäre in Stuttgart an vielen Orten nötig. Besonders dringend brauchen würde man es etwa in dem Stadtquartier, das im Moment nördlich des Hauptbahnhofs im Rahmen von Stuttgart 21 entsteht und dessen erste Bauten und Plätze Ödnis neu definieren. Oder an den Randbereichen der Innenstadt, die in den Siebzigerjahren fast durchweg als Stadtautobahn gestaltet wurden. Mit seinem Diplomprojekt nimmt Lars Behrendt nun einen solchen Unort, nämlich den Österreichischen Platz, ins Visier und schafft dort mit dem "Lotto-Turm" tatsächlich eine Art Villa Kunterbunt. Bei dem sogenannten Platz handelt es sich in Wirklichkeit um einen von Schnellstraßen geprägten Kreisverkehr; seine Mitte bildet ein riesiges Loch, das den Blick auf die darunter liegende Ebene, einen Parkplatz, freigibt. "Mehr Leidenschaft und Fantasie!" wünscht sich Behrendt für diesen seit vierzig Jahren unveränderten Raum und schlägt vor, ins Zentrum des Platzes einen Turm aus 55 übereinander gestapelten Überseecontainern zu setzen, die – aufgeschnitten und wieder zusammengeschweißt, mit Nischen, Terrassen und Treppen durchsetzt – bespielt, benutzt oder einfach nur durchlaufen werden können. Es entsteht ein vertikaler Rummelplatz mit einer wilden Funktionsmischung, eine kindliche Fantasie, die abstrahiert und in die Erwachsenenwelt übertragen wird, ein Raum für Träume in der Stadt. Die Spitze des Turms bildet dabei eine Kugel, in der nach Behrendts Wunsch in Zukunft die Lotto-Zahlen gezogen werden sollen. Auf den Betrachter übt der Entwurf einen ganz eigenen Zauber aus – schon allein die Vorstellung, dass der Turm in dieser oder ähnlicher Form am Österreichischen Platz existieren könnte, verwandelt diese triste Restfläche in einen Raum der Möglichkeiten. Doch damit allein gibt sich der frisch gebackene Diplomingenieur nicht zufrieden: Nachdem er seinen Entwurf bereits im Stadtplanungsamt vorstellen durfte, sucht er nun nach einem Investor, der sich für die Umsetzung des Konzepts interessiert. hi
Mehr Informationen zum Projekt gibt es hier. |
|  | |  | Zeig, was in dir steckt Auf über 10.000 Hektar summieren sich die innerörtlichen Brachen in Baden-Württemberg. Ein immenses Potenzial, das es zu nutzen gilt; besonders unter dem Aspekt, dass das langfristige Ziel der baden-württembergischen Landesregierung auf ein Netto-Null beim Flächenverbrauch ausgerichtet ist. Welche Möglichkeiten Brachen bieten und welche Wohn- und Lebensqualitäten dort entstehen können, zeigen das Siegerprojekt und die anderen fünf nominierten Einreichungen beim diesjährigen Flächenrecyclingpreis, ausgelobt vom Umweltministerium Baden-Württemberg, dem Altlastenforum Baden-Württemberg e.V. und der Architektenkammer Baden-Württemberg. Das überzeugendste Beispiel war für die Jury die Konversion des Schiesser-Areals in Radolfzell am Bodensee. Die Juroren begründeten ihre Entscheidung damit, dass es allen Beteiligten vorbildlich gelungen sei "durch Flächenrecycling in einem umfassenden Sinne die gesamte Kernstadt zukunftsfähig neu zu ordnen. [...] Die funktional und gestalterisch attraktive neue Stadtachse zwischen Schiesser-Areal und Bodenseeufer entwickelt zugleich Synergien zur nachhaltigen, funktionalen Stärkung des historischen Stadtkerns." Der Flächenrecyclingpreis wurde nach 2006 zum zweiten Mal vergeben. Beim ersten Preis gab es nur sieben Bewerbungen aus denen drei Preisträger ausgewählt wurden. Dieses Mal hatten immerhin schon 17 Projektgruppen ihre Arbeiten eingereicht. Die Beteiligung der Architektenkammer als neue Mitausloberin hatte mit großer Wahrscheinlichkeit auch zu dieser Steigerung beigetragen, bekommt doch dadurch die städtebauliche und architektonische Qualität einen höheren Stellenwert. In zwei Jahren wird der nächste Preis lanciert, bei dem die Jury hoffentlich aus noch mehr Arbeiten wählen können wird. Flächen gibt es ja genug.
Weitere Informationen und eine Dokumentation des Preises von 2006 gibt es hier.
Beim einen Wettbewerb wurde der Sieger gerade gekürt, da steht schon der nächste ins Haus. Das Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung und der Bundesverband deutscher Wohnungs- und Immobilienunternehmen machen sich für die energetische Sanierung von Großwohnsiedlungen stark. Bis zum 29. Mai können Konzepte eingereicht werden, wie die jeweilige Siedlung unter energetischen, sozialen, wohnungswirtschaftlichen und demografischen Aspekten verbessert werden kann. Die ausgewählten Teilnehmer erhalten einen Zuschuss zur Erarbeitung dieses Konzeptes. Je nach Größe der Siedlung gibt es zwischen 30.000 und 75.000 Euro. Den fünf Siegern winkt je ein Finanzierungszuschuss zur Realisierung des Konzeptes in Höhe von 100.000 Euro. Wer am Wettbewerb teilnehmen möchte, muss sich bis zum 27. Februar 2009 beim Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung im Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung per E-Mail bewerben. sh |
|  | |  | Film der Woche Ein Vorzeigeprojekt in China soll ökologisches Bewusstsein demonstrieren. Zeit-Online zeigt darüber auf seinen Websiten einen kurzen Film. |
|
|