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Personen, Preise, Pointen |
|  | |  Der ULAP-Platz in Berlin (oben) und der Carl Alexander Park 1 in Baesweiler | Garten, Park, Platz Am 10. September 2009 wurde der Deutsche Landschaftsarchitekturpreis vom Bund Deutscher Landschaftsarchitekten vergeben – zum neunten Mal seit 1993. Eine siebenköpfige Jury hatte die eingereichten Projekte nach sozialen und ökologischen Kriterien der Siedlungs- und Landschaftsentwicklung aber auch nach zeitgenössischer Ästhetik bewertet. Ein erster Preis ging an das Landschaftsarchitekturbüro von Till Rehwaldt aus Dresden. Der Entwurf befasst sich mit einem Platz des Universum Landes-Ausstellungs-Park in Berlin. Der ULAP-Platz wird von einem dichten, alten Baumbestand und einer alten Treppe, welche die deutliche Höhendifferenz überwindet, dominiert. Wenige neue Bäume ergänzen den Bestand. Dank einer steinernen Umrandung des Platzes und eigens für den Ort entworfenen Bänken wird eine zurückhaltende, ruhige Atmosphäre geschaffen. Der verwunschen wirkende Charakter des Ortes wird durch das Licht- und Schattenspiel der Bäume inszeniert. Einen weiteren ersten Preis erhielt das Büro Davids, Terfrüchte + Partner Landschaftsarchitekten, Essen. Das Projekt "Der Zauber des Schwarzen Berges", der Carl-Alexander-Park I in Baesweiler, wird sowohl den Anforderungen eines Pflanzen- und Tierreservats als auch der Entdeckungslust der Menschen gerecht. Das unter Naturschutz stehende Gebiet einer aufgegebenen Bergbaulandschaft in Baesweiler wird durch einen schmalen Weg erschlossen. Er windet sich eine steile Böschung bis zur Spitze eines Berges empor. Dort befindet sich ein Plateau, das als Aussichtsplattform dient. Die Arbeit zeigt, wie ein geschützter, wertvoller Landschaftsraum mit beeindruckenden Landschaftsbildern trotz intensiver Nutzung sensibel erschlossen werden kann. Der zum ersten Mal vergebene Sonderpreis Hausgarten ging an Rainer Schmidt Landschaftsarchitekten mit Silvestrin Design, München, und Andreas Moosgassner, Architekt, St. Gilgen (A), für die Planung eines Villengartens in St. Gilgen. Die abschüssige, glatte Rasenfläche des Gartens steht im Kontrast zu dem Alpenpanorama mit seinen zerklüfteten Steilwänden, das den Hintergrund des Entwurfes bildet. Durch Stützwände aus Corten-Stahl im Rasen wird dieser Kontrast überhöht, so dass die Szenerie fast unwirklich scheint. Eingerahmt wird der Garten von einem gestuften Heckenband und einem bepflanzten Bach. Preise und Anerkennungen werden in der Publikation "System Landschaft" vorgestellt, die sich neben dem Preis weiteren aktuellen Themen der Landschaftsarchitektur widmet. Franziska Quandt |
Bilder: Felix Sören-Meyer |  | |  Friedrichshafen am Bodensee (oben) und die Prager Straße in Dresden | In der Zukunft leben Wir alle kennen sie, die Straßen und Siedlungen der Nachkriegszeit, die vielerorts noch mehr als die alten, vor der Zerstörung bewahrten Stadtzentren unser Bild von einem modernen Stadtleben prägten. Doch nichts scheint uns derzeit fremder zu sein als diese Räume – zumindest, wenn man den ungeheuren Abriss- und Rekonstruktionswahn des letzten Jahrzehnts bedenkt, mit dem wohl eine alte Zeit der Unschuld der Stadt zurück imaginiert werden soll, die Zeit vor dem Sündenfall der Moderne. Vor diesem Hintergrund haben der Bund Deutscher Architekten und das Deutsche Architektur Zentrum Berlin eine überaus kluge Ausstellung gewagt. Dazu entsandten sie sechs junge, zwischen 1971 und 1981 geborene Autoren zu sechs Orten der Nachkriegszeit, um sehr unmittelbare Städteporträts im Wandel der Zeiten zu erhalten. Bremens Neue Vahr, Darmstadts Rheinstraße, Dresdens Prager Straße, Friedrichshafen am Bodensee, Halle-Neustadt und Suhl sind die Schauplätze einer Gesamtschau, die gleichermaßen Entstehung, Aneignung und Ist-Zustand der Orte behandelt und dabei auch ihre Bewohner mit Zitaten und Videos zu Wort kommen lässt. Eine Ausstellungsarchitektur, die mit schlanken Wandscheiben und horizontalen Riegeln Parallelen zum Städtebau der Nachkriegszeit zeigt, vereint überzeugend die heterogenen Exponate, zu denen Pläne, Fotos, Videos und Texte gehören. Defizite und Stärken der Nachkriegsmoderne werden hier ebenso klar benannt wie die Verluste, die durch Abriss oder radikale Modernisierungen entstehen; auch Ortsfremde können anhand der vielen Materialien die Argumentation leicht nachvollziehen. Ein neuer Blick einer neuen Generation wird jedoch in der eher auf Architektur fokussierten Ausstellung nicht offensichtlich; da muss man schon tiefer in den reich illustrierten und sehr lesenswerten Katalog eintauchen. Dort lassen sich bisweilen erstaunliche Erkenntnisse der Nachgeborenen entdecken, die mit den Räumen der Nachkriegszeit andere Dinge assoziieren und andere Vergleiche ziehen. Auf jeden Fall lohnt sich eine Auseinandersetzung mit dieser vergangenen Zukunft, die uns auch immer vor die Frage nach der eigenen Herkunft stellt, wie es der Kurator Kai Vöckler auf den Punkt brachte. Claus Käpplinger
Bis 15.11.2009 im Deutschen Architektur Zentrum, Köpenicker Straße 48/49, 10179 Berlin Der Katalog ist im Nicolai-Verlag erschienen und kostet in der Ausstellung € 15,- |
Bild: The Seasteading Institute/ Designer: András Győrfi |  | |  Einer der vielen Inselentwürfe, die in einem Wettbewerb zusammengetragen wurden. | Das Leben als ewige Kreuzfahrt Eine Utopie nimmt Form an. Zunächst wollte Patri Friedman nur eine freie Floßgemeinschaft vor Gibraltar gründen, inzwischen ist aus dieser Idee ein Projekt zur Besiedelung hoheitsfreier Gewässer geworden. Für Forschungszwecke und um Spenden zu erhalten, gründete Friedmann das Seasteading Institute. Es soll dabei helfen, dass bald die Anzahl der Länder unserer Welt durch schwimmende Inselstaaten vermehrt wird. Patri Friedman bezeichnet sich selbst als libertär und als Anarcho-Kapitalist. Er will keinen nationalen Gesetzen unterliegen, sondern frei leben. Die Inseln, mit denen er seine Ideen umsetzen will, sollen sich vielen verschiedenen Lebensentwürfen anpassen können. Durch die Spende von 500.000 Dollar des Milliardärs Peter Thiel schien die Verwirklichung des Projekts etwas näher zu rücken. Um seinen Traum verwirklichen zu können, bräuchte Patri Friedman allerdings wohl noch einige Dollars mehr. Recherchen zu geeigneten Stellen für Siedlungen im Ozean folgten nun erste Inselentwürfe. Die Inseln ähneln umfunktionierten Ölplattformen, sie sollen mit zwei Knoten durchs Meer fahren können. Plattformen sollen in allen möglichen Ausführungen als Wohn-, Industrie- und Versorgungsinseln entstehen. Strom soll aus Sonnen-, Wind- und Wellenenergie gewonnen werden, Regenwasserspeicherung und die Destillation von Salz- zu Süßwasser die Wasserversorgung der Inseln gewährleisten. Nahrungsmittel müssten allerdings vom Festland importiert werden. Die Inseln können sich frei bewegen, aneinander andocken, sich erweitern, verändern, aber auch wieder voneinander getrennt werden. Zuerst sollen nur einzelne Familien vor der Küste San Franciscos siedeln, später immer mehr hinzukommen, bis die Siedlungen zu Großstädten heranwachsen und eigene Staaten gründen können. Wer den Rest seines Lebens gerne in der Wasserwüste der Weltmeere verbringen würde, kann Mitglied bei Seasteading Institute werden und hoffen, dass eines Tages eine der vielen entzückenden Inseln in See sticht. Eine "Seepferdchen-Mitgliedschaft" kostet im Jahr 25 Euro, eine "Quallen-Mitgliedschaft" 100 Euro und eine "Delfin-Mitgliedschaft" 600 Euro. Franziska Quandt |
|  | |  | Film der Woche Ein ironischer Rückblick auf eine Zeit, als man naiv verklärt und verliebt ambivalent auf die Architektur des fremden (und daher auch exotischen) Moskaus blickte? Mit Anklängen auf subversive Kunstpraktiken.Hier geht's zum Film bei Youtube.
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