|  | |  | Nicht München, Hamburg oder Berlin, sondern Münster Bushaltestellen, Toilettenanlagen und Schaukästen für Stadtpläne sind für jede größere Stadt ein Muss – keine Frage. Doch oft hat deren Design mit den Besonderheiten des jeweiligen Ortes nichts zu tun. Sie wirken austauschbar, wenn nicht gar wie ein Fremdkörper. In Münster kann man seit vergangenem Sommer Stadtmöbel begutachten, die eigens für diese westfälische Stadt entworfen wurden. Und zur Freude des Designers Jan Kleihues, aus dessen Feder die Entwürfe stammen, und des Herstellers, der Wall AG, wurde diese Serie nun in der Kategorie Environment mit dem Good-Design-Award 2009 ausgezeichnet. Die Stadt Münster ist gestalterisch durch den Barock und dessen Spiel mit Kreisbögen geprägt. Typisch ist an diesem Ort das Wechselspiel von konkav-konvex-konkaven Elementen, das in den Bauten des Münsteraner Hofarchitekten Johann Conrad Schlaun zu finden ist. Diese Linienführung stand bei der Stadtmöbelserie Pate. Und auch die Farbwahl ist einem Charakteristikum dieser Stadt entlehnt. Das dunkle Weinrot der Aluminiumelemente greift die dunkel- und klinkerroten Töne auf, die das Bild Münsters prägen. Diese beiden einheitlichen Gestaltungselemente verbinden die insgesamt zehn Produkte der Stadtmöbelserie. Denn neben großen und kleinen Bushaltestellen, Kiosken und Toiletten finden sich in den Münsteraner Straßen auch Stadtinformationsanlagen, Pillare und City-Light-Boards. Zwei Regalelemente, die nach außen aufklappbar sind, kennzeichnen den Kiosk und lassen den Besucher bereits von weither erkennen, ob er sich seine Lieblingszeitschrift gerade besorgen kann oder ob er ohne sie den Heimweg antreten muss. Kommt er nämlich nach Ladenschluss an das kleine Häuschen, dann haben die Regale bereits die Funktion einer Tür inne. Die drei Ausführungen des Pillars enthalten entweder ein Blue-Spot-Terminal – ein kostenloses Informations- und Kommunikationsangebot mit Internet, E-Mail und Telefonie –, dienen als kleiner Informationskiosk oder können von allen Seiten mit Plakaten oder informativen Plänen bestückt werden. Und damit diese nicht zu schnell vergilben, sind alle Glasflächen mit einem UV-Schutz versehen. sh
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|  | |  Das "I" im BIM ist immer im Fokus – der CEO Sean Flaherty sieht in einem möglichst flexiblen 3D-Gebäudemodell bei optimalem Datenaustausch eine viel versprechende Zukunft für Vectorworks. Das einst belächelte MiniCad hat in der CAD-Branche längst seinen Platz gefunden.
Bilder oben: geplant mit Vectorworks – Inotera Unternehmenszentrale, Taiwan, Tec Architecture, Schweiz+USA (Bild: Architekten) – Dornier Museum Friedrichshafen, Allmann Sattler Wappner, München (Bild: Florian Holzherr), Centre Aquatique de Courchevel, Frankreich, Auer+Weber+Assoziierte, Stuttgart | München (Bild: Architekten) | Making Change easy Nemetschek North America ist mit seinem aktuellen CAD-Programm Vectorworks endgültig in die dritte Dimension vorgestoßen – die neue Version 2010 enthält mehr als 100 verbesserte oder neue Features. Speziell die 3D-Planung hat sich grundlegend vereinfacht. "Wer mit Vectorworks seine Projekte dreidimensional konstruieren möchte, dem wird das jetzt so einfach gemacht wie nie zuvor. Modellieren ist in Vectorworks 2010 eine gänzlich intuitive Angelegenheit", so Carlo Lüthy, Geschäftsführer der ComputerWorks GmbH. Aber auch wer die dritte Dimension scheut und lieber in 2D arbeitet, kann seinen zeichnerischen Alltag mit der neuen Version erheblich erleichtern. So lässt sich zum Beispiel ein gezeichnetes Element korrigieren, indem man einfach die Bemaßung überschreibt – schwupp wird die Wand kürzer oder länger, das Fenster breiter oder schmaler. Vorbei auch das Hickhack mit den Wänden – unter anderem finden nun auch Schalen unterschiedlicher Wände automatisch korrekt zueinander und passen sich quasi auf Befehl eingefügten Nischen oder Vorsprüngen an. Die Arbeitsabläufe für das Austauschformat DXF/DWG wurden gestrafft, die Schnittstelle auf den neuesten Stand der Technik gebracht. Weitere Highlights: Praktische Gefälleverbesserungen, die Infopalette für Bemaßungen glänzt mit effizienten Funktionalitäten, es gibt fortan auf Knopfdruck keine überlappenden Maßzahlen mehr, ein neues Werkzeug erlaubt das perfekte Bemaßen von Bogenlängen, Texturen lassen sich intuitiv platzieren, 3D-Modellieren funktioniert jetzt auf allen Ebenen und die Arbeitsebene sitzt nun mit einem Klick. Das von vielen Planern verhasste Treppenanlegen wurde um viele Arbeitsschritte reduziert, um nicht zu sagen entrümpelt. In Version 2010 findet der Planer außerdem mit einem neuen Werkzeug stets den passenden Parkplatz – neue Träger, Schrauben, Scheinwerfer und natürlich Bäume gibt es obendrein. Für Update-Muffel, zu denen auch ich gehör(t)e, empfiehlt sich "Vectorworks Service Select" – eine Kombination aus Update-Abo und Servicedienstleistungen, die sich durchaus rechnet. Wer Sorge hat, mit einem Abo womöglich die Katze im Sack zu kaufen, dem sei das folgende Kurzinterview mit Sean Flaherty ans Herz gelegt, dem CEO von Nemetschek North America. si
Herr Flaherty, was sind aus Sicht von Nemetschek North America die strategischen Schwerpunkte bei der weiteren Entwicklung von Vectorworks? 3D, BIM und Bedienerfreundlichkeit bilden die Grundlage unserer Verbesserungen für die kommenden Jahre. 3D sehen wir als Basistechnologie für fast alle Einsatzbereiche von CAD – und zwar nicht nur im AEC-Markt (Red.: Architecture, Engineering and Construction). BIM wird immer wichtiger – unser Ziel ist die Automatisierung und eine verbesserte Effizienz der modellbasierten Planung. BIM darf keinesfalls die Flexibilität des Planers durch aufgezwungene Einschränkungen beim Modellieren reduzieren. Im gleichen Takt, wie BIM zum Trend wird, gewinnt das Thema der Interoperabilität im Planungsalltag an Bedeutung. Wir arbeiten eng mit buildingSMART und ihrem IFC Standard zusammen, aber wir behalten auch andere Formen der gemeinsamen Nutzung von Daten im Auge: das "I" in BIM ist immer im Fokus.
Gelingt mit dem Parasolid-Modellierkern und Building Information Modelling (BIM) endlich der Durchbruch für das 3D-Konstruieren vom Entwurf bis zur Werkplanung? Wo sehen Sie noch Hürden? Hier hatte Vectorworks all die Jahre die Nase vorn. Mit unserer Arbeitsweise des hybriden Modellierens waren wir die Ersten, die es ermöglichten, ein einzelnes Objekt sowohl in einem 2D-Plan als auch in einem 3D-Modell zu verwenden. Jetzt stehen wir vor der großen Herausforderung zu entscheiden, welche Detailtiefe im Modell für ein bestimmtes Projekt notwendig ist. Wie viel Modelldaten möchten die Planungspartner hinzufügen? Die Planung auf jede einzelne Schraube oder Türklinke auszuweiten, produziert kein effizientes Modell und erschwert die Zusammenarbeit mit anderen Disziplinen. Manchmal sind die traditionellen Zeichentechniken immer noch der schnellste und effizienteste Weg zum Ziel. Vectorworks bietet eine sehr flexible Methode, um BIM-Modellierung mit dem Zeichnen von Entwürfen zu kombinieren – es obliegt dem Planer, die für ihn effizienteste Zeichenmethode zu wählen.
Wie lange müssen User noch unter der Inkompatibilität der verschiedenen CAD-Systeme und dem damit verbundenen Datenverlust leiden? Ersetzt die IFC-Schnittstelle in absehbarer Zeit den Datenaustausch via DXF/DWG? Die Interoperabilität wird immer besser. DWG wird weiterhin eine wichtige Rolle bei der Übertragung von 2D-Daten spielen. Aber wir sehen einen kontinuierlichen Übergang zu PDF, da genaue Vektordaten im Workflow immer mehr gefragt sind. IFC ist sowohl vom Konzept als auch vom Entwicklungsstand her die erste Wahl für den Austausch von Gebäudemodellen. In den vergangenen 18 Monaten stellte ich eine signifikante Verbesserung der Kompatibilität von IFC-kompatiblen Systemen fest. Das größte Problem bei der weiteren Entwicklung von IFC ist jedoch das Fehlen einer rigiden Qualitätskontrolle. Der aktuelle Zertifizierungsprozess ist zu begrüßen, aber die Qualitätskontrolle des Datenaustauschs unterliegt zum Großteil den einzelnen Anbietern. Meiner Einschätzung nach hat die buildingSMART Gruppe dieses Problem erkannt. Verbesserungen in diesem Bereich könnten dazu führen, dass IFC sich schnell zu einem praxistauglichen Standard-Austauschformat entwickelt.
Die Fragen stellte Klaus Siegele, ein herzliches Dankeschön an Andreas Thierer für die Übersetzung.
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